FrauenGestalten

FrauenGestalten

FrauenGestalten lautet der Beitrag der GEDOK Freiburg e.V. (Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden) zum Jubiläum der Stadt Freiburg.

Gewollt doppeldeutig: Frauengestalten haben an der 900-jährigen Geschichte der Stadt Freiburg maßgeblich, aber oft unsichtbar, mitgewirkt. In den Geschichtsbüchern sind nur wenige Namenüberliefert. Frauen gestalten das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben einer Stadt. 37 Künstlerinnen der GEDOK treten in einen Dialog mit bekannten oder unbekannten, historischen, zeitgenössischen oder fiktiven Frauen aus dem Leben der Stadt Freiburg und rücken sie ins Licht der Öffentlichkeit. Da tauchen bekannte Namen aus der Geschichte Freiburgs auf, aber auch unbekannte, heutige Frauen aus dem Alltag unserer Stadt. Die künstlerische Auseinandersetzung mit einer realen oder fiktiven Figur wird in unterschiedlichen Medien umgesetzt: Fotografisch, filmisch, malerisch, zeichnerisch, literarisch, musikalisch, skulptural, tänzerisch.
Ausgestellt sind Werke von Kathrin Deusch, Evelyn Höfs, Christine Huss, Almut Quaas, Birgit Straub, Brigitte von Savigny. Die Fotografien von Kathrin Deutsch rekurrieren auf die zunehmende Diversität der Freiburger Stadtbevölkerung durch Zuzug und Immigration, die nicht zuletzt das eigene ‚geschlossene’ Weltbild in Frage stellen und im besten Falle relativieren; wie auch die ‚Anderen’ laufend hinterfragt und Klischees zugeordnet werden, die nur schwer zu durchbrechen sind. Dana Fabinis „Musen ohne Würdigung“ würdigen Bettina Eichins „Neun Musen“-Figuren, die seit 1996 darauf warten, auf dem Augustinerplatz aufgestellt zu werden – eine symbolische Situation, wie sie Frauen in der ganzen Geschichte der Menschheit und auf der ganzen Welt widerfährt... .Evelyn Höfs zeichnet Porträts und koloriert diese – so geschehen im Freiburger Kleiderladen, wo sie (meist weiblichen) Ehrenamtlichen auf diese Weise ihren Respekt zollt . Almut Quaas ist gefangen von der „Kleinen Schönen“, der bemoosten Grabskulptur eines jungen Mädchens auf dem Freiburger Alten Friedhof, deren Foto sie 2019 einem Gedicht zugesellte, das sie bereits 1976 über sie verfasst hatte. Brigitte von Savigny spürt im Holzschnitt, einer im Vergleich zum Pinselstrich weniger subtilen Technik, auf feinsinnigste Weise neun ausgewählten Naturgedichten von Rosemarie Bronikowski nach Birgit Straubs Arbeit widmet sich der Freiburger Frauenrechtlerin „Johanna Kohlund“ (1878- 1968), die sie verjüngt und auf die heutige Zeit übertragen ins Bild setzt – fast als wollte sie deren Wirkkraft für die Gegenwart beschwören. Dass sie einer anderen Zeit entstammt, zeigt sich allenfalls in deren zurückhaltender Farbigkeit, die sich deutlich von den beiden anderen farbig-leuchtenden ihr zugesellten jungen Frauen abhebt.
Bild: © GEDOK Freiburg e.V. Birgit Straub | „Johanna Kohlund“, 2019 | Acryl/Pastell/Tusche auf LW, 100x150 cm

Mo 8.3. – 28.5.2021 Freiburg, VHS im Schwarzen Kloster, Rotteckring 12. Info: www.gedok-freiburg.de


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