KLASSIK-KONZERT: Mozarts Requiem "Feier des Lebens", so lautet der Titel der Konzerte des Freiburger Kammerchores am 20. und 21. Juni in Freiburg und St. Blasien.
Konzert - Szenen
In einer szenischen Fassung werden die unvollendete Totenmesse und zwei weitere Werke Mozarts mit Texten großer Dichter und Denker zu einem tröstlichen und ermutigenden Plädoyer für das Leben verbunden. Es musizieren der Freiburger Kammerchor mit Solisten und die Camerata Academica Freiburg unter der Leitung von Lukas Grimm. Sprecher sind Sabine Fischmann, Till Krabbe und P. Klaus Mertes, SJ. Konzept und Regie: Till Krabbe. Die Musikerinnen und Musiker sowie die Darsteller dieser szenischen Fassung von Mozarts Totenmesse, die bewusst den Titel „Feier des Lebens“ trägt, möchten diesem Vergessen entgegentreten. Neben Mozarts Musik kommen Dichter und Denker wie William Shakespeare, Hermann Hesse, Mascha Kaléko, Franz Kafka, Kurt Tucholsky und andere zu Wort. In Lyrik und Szene beantworten sie – ebenso wie Mozart in seiner Musik – die Sinnfrage unserer Existenz nicht belehrend, sondern tröstend und mutmachend. Oder, um mit Hermann Hesse zu sprechen: „Mozart. Das bedeutet: Die Welt hat einen Sinn.“
MozartDer Hintergrund
In der Nacht des 5. Dezember 1791 um 0:55 Uhr stirbt Wolfgang Amadeus Mozart, noch nicht 36 jährig, über der Arbeit an seiner Totenmesse, dem Requiem. Der frühe Tod schlägt ihm die Feder aus der Hand. Auf seiner Bettdecke liegt das unvollendet gebliebene Lacrimosa, abgebrochen nach acht Takten. Nur knapp die Hälfte der Totenmesse ist vollendet, der übrige Teil wurde nach Mozarts Tod von fremder Hand ergänzt. Soweit die Fakten. Und doch beginnt hier das eigentliche Geheimnis dieses Werkes. Ist Mozarts Requiem, dieser monumentale Torso einer Totenmesse, vielleicht gerade deshalb eine seiner ergreifendsten Schöpfungen, weil es unvollendet blieb? Weil es uns nicht mit geschlossener Form und endgültiger Aussage entlässt, sondern offen lässt – wie das Leben selbst?
Die Musik
Mozarts Musik konfrontiert uns mit unserer Endlichkeit, ohne uns zu überfordern. Sie zwingt nicht, sie lädt ein. Niemand von uns hat Wissen über den eigenen Tod. Aber erst das Bewusstsein unserer Endlichkeit ermöglicht es uns, die Frage nach dem Sinn des Lebens überhaupt zu stellen. Und wie sehr sehnen wir uns nach einer tröstlichen Antwort. Mozart selbst fand diesen Trost offenbar schon früh. In einem Brief an seinen Vater schreibt er 1787: „Da der Tod – genau zu nehmen – der wahre Endzweck unseres Lebens ist, so habe ich mich seit ein paar Jahren mit diesem wahren, besten Freunde des Menschen so bekannt gemacht, dass sein Bild nicht allein nichts Schreckendes mehr für mich hat, sondern recht viel Beruhigendes und Tröstendes.“ Vielleicht ist es dieser Trost, der in Mozarts Musik anklingt und der Grund, warum sie bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren hat. Für uns moderne Menschen ist der Tod mehr und mehr zu einem Tabuthema geworden. Viele scheuen sich, sich mit dem Ende des Lebens auseinanderzusetzen. Mozarts Requiem aber eröffnet einen Raum, in dem Trauer, Angst, Hoffnung und Vertrauen zugleich Platz haben.
INFO: Sa 20.06., 19 Uhr in St. Martin, Freiburg/ So 21.06., 17 Uhr, Dom St. Blasien. Karten: www.reservix.de/
